Lernfibel: Kantenschleifen
Als Vereins-Newcomer habe ich einen Schnellkurs zur Kantenbearbeitung von Roland bekommen und ich möchte für andere Vergessliche meine Notizen zur Verfügung stellen. Bei diesem Spezialkurs bei Diana habe ich viel gelernt. Er hat sehr viel Spaß gemacht. Danke an Roland und Diana. Grüße an die Meerschweinchen, die den ganzen Abend zugeschaut haben.

Generell werden folgende Materialien benötigt:
- Ölstein: zur Entfernung von Graten, um für die spätere Bearbeitung mit den Feilen die Feilen zu schonen, weil mit dem Stein schon evtl. entstandene Verhärtungen der Metallkante entfernt werden.
- 88° Winkel: im Fachhandel erhältlich, darin werden die Feilen eingespannt um den Winkel bei der Bearbeitung konstant zu halten.
- Marker (wischfester Filzstift): Vor dem Feilen werden die Skikanten stirnseitig im Abstand von ca. 5cm „gestrichelt", damit beim Feilvorgang das gleichmäßige Abtragen des Metalls optisch besser zu kontrollieren ist.
- Karosseriefeile: eine grobe Feile zur Metallbearbeitung. Damit werden schwer abgefahrene und abgerundete Kanten wieder in den 88° Winkel gebracht.
- Schlichtfeile: feinere Metallfeile. Zur Nachbearbeitung, im Anschluss an die Karosseriefeile.
- Diamantfeilen: blau: gröber; rot: feiner (es sind nicht unbedingt beide Feilen notwendig). Beim Arbeiten mit den Diamantfeilen ist es wichtig, diese immer wieder mit Wasser zu beträufeln und die Feilen und den Ski mit einem Tuch von dem Schleifstaub zu reinigen.
- Tuch, das auch mit Schnitten noch existieren darf, denn die Kanten sollten messerscharf werden.
- Wasser zum Beträufeln der Diamantfeilen
Bei einem neuen Paar Ski

Ist die Kante (aus der Sicht der Lauffläche) mit 1° Neigung mit den Feilen zu bearbeiten, zuerst die grobe Karosseriefeile verwenden, dazwischen die Grate mit dem Ölstein entfernen, dann die feinere Schlichtfeile verwenden und als Abschluss mit der Diamantfeile polieren. Um den Neigungswinkel zu erhalten, werden die Feilen an der Kante flach aufgelegt und im Bereich des Belages mit einem Karton unterlegt. Vorsicht: Belag nicht mit der Feile beschädigen!
Bei schwer in Mitleidenschaft gezogenen Ski

- Den Ski hochkant, am besten mit leichter Neigung, lagern und gut befestigen.
- Mit dem Ölstein alte Grate entfernen
- Kanten mit dem Marker anzeichnen
- Mit der Karosseriefeile den Kunststoff vom Ski im Bereich der Kante etwas abfeilen, da beim Abfeilen der Metallkante der Kunststoff hinderlich ist.
- Mit derselben Feile (eingespannt in den 88° Winkel) Roststellen, Einkerbungen und die abgerundete Kante immer in eine Zugrichtung bearbeiten, bis der Marker komplett abgetragen ist und somit die perfekte Neigung der Kante gegeben ist.
- Mit dem Ölstein den entstandenen Grat entfernen (ohne Winkel und mit etwas Gefühl) abwechselnd von der Stirnseite und von der Belagseite und wieder die Stirnseite, bis kein Grat mehr tastbar ist.
- Die Schlichtfeile in den Winkel einspannen und los geht’s zur Verfeinerung der Kantenoberfläche.
- Perfekt poliert wird die Kante im Anschluss mit den Diamantfeilen (wird oberperfekt gearbeitet, sollte die blaue und anschließend die rote Diamantfeile benutzt werden). Mit den Diamantfeilen wird mehr poliert als abgetragen und es kann daher vor und zurück mit Druck gezogen werden. Auch hier wird, wie mit dem Ölstein, abwechselnd die Stirnseite und die Belagsseite und wieder die Stirnseite der Kante bearbeitet.

Abschließend
Für solche, deren Kanten öfters bearbeitet werden, braucht’s dann nur noch die Schritte 1 und 7, außer man hat ganze Felsen niedergefahren, dann braucht es halt auch noch den Arbeitsvorgang 6 dazwischen. Nicht vergessen, jeder Ski hat zwei Kanten und meistens stehen noch ein, zwei oder mehr Ski im Keller herum, die gepflegt werden wollen!
Viel Spaß und nicht aufgeben wünscht euch Helga. Das anschließende Auftragen des Wachses ist eine weitere Philosophie, die ich ein anderes Mal noch lernen muss. Bis dahin übernimmt diesen Teil mein Schwiegervater. (Hoffe ich zumal!)